In allen meinen Büchern werdet ihr queere Charaktere und ihre Geschichten finden.
Meine Bücher sollen nicht nur unterhalten, sondern auch in diesem Bereich für Aufklärung sorgen und entstigmatisieren.
Das Thema „queere Geschichten“ liegt mir als selbst queerer Person sehr am Herzen, gerade in einer Zeit, in der weltweit queere Rechte eingedämmt werden und queere Personen in Gefahr sind, nicht bloß durch Anfeindungen (was ja schon schlimm genug ist), sondern auch durch Einschränkungen der Möglichkeiten, ihre Identität auszuleben und beispielsweise Geschlechtsangleichungen durchführen zu lassen.
Schreiben ist politisch und ich möchte meine Stimme nutzen, um (neben anderen gesellschaftlichen Themen) auf die queere Community aufmerksam zu machen.

„Queer“ oder auch „LGBTQIA+“ bezeichnet alle Menschen, die sich als nicht heterosexuell und cisgeschlechtlich identifizieren (deren Geschlecht also nicht mit dem biologischen/Geburtsgeschlecht übereinstimmt). Es gibt diverse romantische und sexuelle Orientierungen und Geschlechter – mehr als bloß „hetero- und homosexuell“ und „Mann und Frau“.
Schreibt mich bei Fragen zum Thema gerne an, ich beiße nicht und wenn ich eure Fragen nicht own-voice beantworten kann, werde ich versuchen, euch an jemanden zu vermitteln, der mehr weiß 🙂
Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt lediglich eine Handvoll Identitäten dar, die in meinen Büchern repräsentiert werden.
Romantische & sexuelle Identitäten
(Anmerkung: sexuelle & romantische Identitäten werden in derselben Spalte aufgeführt. Sie treten aber nicht immer in Kombination auf; nicht jeder asexuelle Mensch ist z. B. auch aromantisch.)
| Begriff | Bedeutung |
| achillean | nicht-Frauen, die zu anderen nicht-Frauen Anziehung verspüren. Wird auch genutzt, um Beziehungen zu bezeichnen, bei denen nicht beide Parteien schwul sind, z. B. eine Beziehung zwischen einem schwulen und einem bisexuellen Mann* |
| asexuell („ace“), aromantisch („aro“) | keine oder geringe sexuelle bzw. romantische Anziehung zu anderen Menschen verspürend |
| bisexuell, biromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung zu mindestens zwei Geschlechtern verspürend |
| demisexuell, demiromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung nur verspürend, wenn zuvor bereits eine enge Bindung mit der Person eingegangen wurde |
| grausexuell, grauromantisch | nur gelegentlich oder nur schwach sexuelle bzw. romantische Anziehung verspürend |
| heterosexuell, heteroromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung zum anderen Geschlecht verspürend |
| homosexuell, homoromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung zum eigenen Geschlecht verspürend |
| lesbisch | Frauen*, die Anziehung zu Frauen* spüren |
| omnisexuell, omniromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung zu allen Geschlechtern verspürend, aber dabei eine Präferenz für ein Geschlecht habend |
| pansexuell, panromantisch | sexuelle bzw. romantische Anziehung zu allen Geschlechtern verspürend, ohne Präferenz für ein Geschlecht |
| polyamor | Anziehung/Beziehung zu mehr als einer Person gleichzeitig |
| queer | kann als Überbegriff oder als eigenes Label genutzt werden |
| queerplatonische Beziehung | eine Beziehung, die weder platonisch (freundschaftlich) noch romantisch ist, sondern dazwischen oder außerhalb liegt -> wird häufig (aber nicht ausschließlich) als alternatives Beziehungsmodell zwischen aromantischen Menschen verwendet, um eine besonders enge oder untypische Freundschaft abzugrenzen |
| sapphic | nicht-Männer, die zu anderen nicht-Männern Anziehung verspüren. Wird auch genutzt, um Beziehungen zu bezeichnen, bei denen nicht beide Parteien lesbisch sind, z. B. eine Beziehung zwischen einer lesbischen und einer bisexuellen Frau* |
Gender-Identitäten
| Begriff | Bedeutung |
| agender | sich mit keinem Geschlecht identifizierend |
| bigender | sich mit zwei Geschlechtern (gleichzeitig oder abwechselnd) identifizierend |
| cisgender | sich mit dem bei der Geburt zugeordneten Geschlecht identifizierend |
| demigender, demiboy, demigirl | sich nur teilweise mit einem Geschlecht identifizierend |
| genderfluid | eine fließende/wechselnde Geschlechtsidentität habend |
| genderqueer | Überbegriff oder eigene Identität für Menschen, die keiner Gendernorm entsprechen |
| nichtbinär | sich nicht als binär männlich/weiblich identifizierend (kann als eigene Identität oder als Überbegriff für andere Identitäten dienen) |
| trans*/trans*geschlechtlich | sich nicht mit dem bei der Geburt zugeordneten Geschlecht identifizierend. Kann binär sein (trans* männlich, trans* weiblich) oder nichtbinär. |
In meinen Büchern geht es nicht darum, jemandem „das Thema ständig aufzuzwingen und unter die Nase zu reiben“, sondern um Casual Representation, also darum, queere Charaktere genauso selbstverständlich in die Geschichte einzuflechten wie nicht-queere.
Sehr wichtig ist mir die Repräsentation von drei bestimmten Gruppen in der queeren Community: Sapphic Menschen, asexuelle Menschen und nichtbinäre Menschen.
Sapphic Personen, also Frauen, die unter anderem auch auf Frauen stehen (also ein Label, das beispielsweise lesbische und bisexuelle Personen einschließt), sind insbesondere in der deutschen Literatur extrem unterrepräsentiert. Queere deutsche Literatur handelt zumeist von achillean Personen (Männer, die unter anderem auf Männer stehen).
Asexuelle Menschen, also Menschen, die keine oder wenig sexuelle Anziehung verspüren, werden oft als „kindlich“ abgetan, als „unerfahren“ oder „sie müssen erst die richtige Person kennenlernen“. Asexualität ist eine genauso valide Identität wie jede andere.
Nichtbinäre Menschen, also Menschen, die nicht oder nur in Teilen in die binären Kategorien „männlich“ und „weiblich“ fallen, sind in der westlichen Gesellschaft noch sehr stigmatisiert, obwohl es diese Identität seit Urzeiten gibt (bspw. „two-spirited“ in indigenen Kulturen). Ich persönlich bin der Meinung, dass die Geschlechtsidentität eines jeden Menschen genauso individuell ist wie die Persönlichkeit und zwei Menschen, auch, wenn sie sich als „cis-männlich“ identifizieren, nicht das hundertprozentig gleiche Verständnis ihres Genders haben. Entsprechend möchte ich mit meinem Schreiben zur Entstigmatisierung von nichtbinären Menschen und zur Verbreitung von Neopronomen in der deutschen Sprache beitragen.
Über welche queere Repräsentation ihr in welchem Buch lesen könnt, findet ihr auf den jeweiligen Seiten zu den Büchern unter Meine Bücher.
Was sind Neopronomen?
Neopronomen sind Wörter abseits von „er“ und „sie“, die Geschlechtsidentitäten außerhalb des „Gender Binary“ ausdrücken. Im Englischen ist ein Beispiel dafür das „singular they“ (das übrigens seit dem 14. Jahrhundert benutzt wird!), im Deutschen sind das unter anderem „dey“, „xier“ (ausgesprochen „ksiir“ oder wer es gerne linguistisch hat, [‚ksiːɐ]), „sier“ oder ebenfalls das „singular they“, dessen englische Formen in den deutschen Sprachfluss eingebunden werden („They hat mich auf dem Markt gegrüßt und ich habe them eine Tafel Schokolade gekauft.“).
Wie verwende ich Neopronomen?
In dieser Tabelle findet ihr eine Erklärung zu den beiden Neopronomen, die in meinen Büchern/Buchprojekten vorkommen (werden). Selbst bei diesen beiden gibt es unterschiedliche Wege, sie zu konjugieren: Die Tabelle stellt dabei in erster Linie die Konjugation dar, die ich für meine Figuren gewählt habe. In den Klammern dargestellt sind alternative Möglichkeiten, die andere Menschen unter Umständen nutzen.
| Nominativ | er/sie | dey | xier |
| Genitiv | seiner/ihrer | deyrer (oder derer) | xierer (oder xier) |
| Dativ | ihm/ihr | demm (oder denen) | xiem (oder xier) |
| Akkusativ | ihn/sie | demm (oder dey) | xien (oder xier) |
| Possessiv | sein(e)/ihr(e) | deyr(e) (oder deren) | xier(e) (oder xiers) |
| Reflexiv | sich | sich | sich |
| Relativ | der/die | dey | xier |
Beispielsätze:
Nominativ: Er/sie kam zu spät zur Versammlung. | Dey kam zu spät zur Versammlung. | Xier kam zu spät zur Versammmlung.
Genitiv: Ich nehme mich seiner/ihrer an. | Ich nehme mich deyrer an. | Ich nehme mich xierer an.
Dativ: Ich gebe ihm/ihr ein Stück Kuchen. | Ich gebe demm ein Stück Kuchen. | Ich gebe xiem ein Stück Kuchen.
Akkusativ: Ich schaue ihn/sie an. | Ich schaue demm an. | Ich schaue xien an.
Possessiv: Es sind sein/ihr Buch und seine/ihre Brille. | Es sind deyr Buch und deyre Brille. | Es sind xier Buch und xiere Brille.
Relativ: Es ist der Mann/die Frau, der/die kochen wird. | Es ist die Roswell, dey kochen wird. | Es ist die Stray, xier kochen wird.